Man muss das Unmögliche versuchen,
um das Mögliche zu erreichen.
Hermann Hesse
 

Schröter-Orgel

Projekt Orgel


Die Schröther-Orgel in der Gruhnoer Kirche ist ein wertvoller Bestandteil der Orgellandschaft in der Niederlausitz. Erbaut wurde sie 1832/33 zum Preis von 110 Talern. Im Jahre 1900 und in den 70er Jahren des vorigen Jahnhunderts wurden Dispositionsänderungen vorgenommen.

Deckblatt der Orgelakte



Titelblatt der Orgelbauakte





Orgel von Johann Christoph Schröther d. J.
aus Sonnewalde, gebaut 1832/33


Der Anschlag zum Orgelbau lautete wie folgt:

Disposition und Anschlag,
Zur Erbauung einer neuen Orgel in der Kirche
zu Gruna.

1.) Im Manual.
1. Principal    4 Fuß. e; eis; d, dis, e, von Holz, die übrigen von, f, an im Prospect von guten Zinn.
2. Gedact    8 Fuß Von guten trocknen Holze, die Kerne und Vorschläge von guten harten Holze.
3. Flauto    8 Fuß desgl. von guten trochnen Holze und zwar 3 folle Oktaven.
4. Octave     2 Fuß von Zinn.
5. Quinta     1 Fuß desgl.
6. Coppel.
2.) Im Pedal.
7. Violon     8 Fuß Von guten trocknen Holzrasten.
1. Das Gehäuse mit Architectur wird so eingerichtet, das es das ganze Werk umschließt.
2. Zu diesem Werke gehören zwey Winde Laden von guten Eichnen Holze eine zum Manual, und eine zum Pedal.
3. Die Claviatur wird von guten Holze und mit weißen Bein belegt, der Anfang derselben wird von c, cis, d, bis dreigestrichen c.
4. Das Pedal-Clavier wird von guten Eichen-Holze gefertigt, und geht von c, cis, d, bis c, zwey Oktaven.
5. Die dazu gehörigen Bestellbrether werden von guten Kiefernen Holze gefertigt, nebst einer gut gebundenen Abstraktur.
6. Die Registerzüge und daß Regierwerk werden von guten Eichnen Holze gefertigt nebst eisernen Winkelhaken.
7. Zu diesen vorstehenden Werke, gehören zwey Bälge, welche dem Werke hinlänglichen Wind mittheilen, dieselben werden von guten Holze und mit Fußflachzen tüchtig verbunden, nebst dreymaligen Belederung.
Das ganze Orgel-Werk, wird in Charthon erbaut, und erhällt ein Manual 49 Thöne vom tiefen c, cis, d, dis, bis dreigestrichen c, und das Pedal 25 Tasten zwey volle Octaven. Dieses Orgel-Werk kan ich nach vorbeschriebener Specification aller Haupt-Arbeiten unter 110 rt. nicht herstellen. Diese Summe wird in dzwey Therminen bezahlt 50 rt. wenn der Akord geschlossen wird, und das übrige wenn das Werk fertig ist.
Sonnenwalde d. 20 ten Februar 1832
Christoph Schröther
Orgelbauer


Registerbeschriftung
Registerbeschriftungen
Orgelpfeiffen
Eine Besonderheit in Gruhno:
die noch original erhaltenen Zinnpfeifen
Zierwerk
Die geflochtenen Schleierbretter sind ein typisches Zierwerk von Schröther-Orgeln

Am 27. Mai 1833 fand die Prüfung und Einweihung der Orgel statt:

Bei der am 27ten Mai a.c. gehaltenen Prüfung des vom Herrn Orgelbauer Schröther neu erbauten Orgelwerkes zu Gruhno, habe ich gefunden, daß letzteren das Werk ganz dem Anschlag gemäß gebauet, und zur allgemeinen Zufriedenheit gefertiget hat. Solches bescheiniget der Mehrheit gemahs
Gruhno den 27 ten Mai 1833
Johann Carl August Schödel
Cantor u. Org: in Kirchhayn

Unser Vorhaben ist die Restaurierung der Orgel mit Rückführung auf den Originalzustand. Eine kleine Gemeinde, wie Gruhno, kann leider die Kosten dafür nicht allein aufbringen und ist darum auf die Hilfe vieler Förderer angewiesen. Jede noch so kleine Spende ist uns herzlich willkommen.